Über mich

Warum gibt es diese Seite?

Eines Tages werde ich nicht mehr da sein.

Das ist kein dramatischer Gedanke - sondern ein nüchterner. Was mich beschäftigt ist etwas anderes:
Meine Kinder werden Fragen haben. Fragen über das Leben, über Entscheidungen, über Angst, über Fehler, - und darüber, was wirklich zählt.

Ich werde irgendwann nicht mehr antworten können.

Dieser Blog ist mein Versuch, ihnen trotzdem Antworten zu hinterlassen. Nicht als Ratgeber, nicht als Anleitung, sondern als ehrliche Spur eines Menschen, der selbst lange nicht wusste, wie Leben eigentlich geht.

Was ist passiert?

Ich hatte ein ganz normales Leben: Familie, Arbeit, Alltag - der Durchschnittstyp von nebenan. Dann kamen zwei Diagnosen:

Diabetes Typ II — und wenig später ein multiples Myelom, eine unheilbare Krebserkrankung.

Nichts daran war heldenhaft. Ich hatte Angst, war unsicher und wusste nicht, was daraus werden sollte.

Doch zwischen Arztterminen, Laborwerten und Behandlungen passierte etwas Unerwartetes:
Nicht Verzweiflung wurde stärker — sondern Klarheit.

Finger-Tattoo mit der Aufschrift „STILL ALIVE“ als starkes Statement für Lebensmut und Durchhaltevermögen

Ich atmete noch.
Mir ging es noch gut.

Also traf ich eine einfache Entscheidung:

Lebe, Marco. Lebe!

Nicht später.
Nicht wenn alles besser wird.
Jetzt!

Was sich dadurch verändert hat

Ich kämpfe nicht gegen meine Krankheiten. Ich lebe mit ihnen.

Ich begann zu reisen. Ich begann zu wandern. Ich begann Dinge zu tun, die ich mir vorher nicht erlaubt hatte - aus Vernunft, aus Pflichtgefühl, weil "man das halt so macht" und nicht zuletzt auch oft aus Bequemlichkeit.

Der Verlust der Gesundheit hat mein Leben nicht beendet. Im Gegenteil: Krankheit hat mein Leben sichtbarer gemacht.

Ich habe gelernt:

  • Angst verschwindet nicht durch Kontrolle.
  • Sicherheit ist meistens eine Illusion.
  • Sinn entsteht nicht durch Planung, sondern durch Aufmerksamkeit.

Ich schreibe darüber, weil Schreiben mich zwingt genauer hinzusehen. Gedanken existieren erst dann wirklich, wenn man sie formuliert.

Warum öffentlich?

Ursprünglich war das nur für meine Kinder gedacht. Doch mein Umfeld begann mitzulesen. Es folgten sogar Zeitungsartikel und Menschen erzählten mir, dass sie sich in meinen Gedanken wiederfinden - obwohl sie gesund sind.

Da wurde mir klar: Es geht nicht um Krankheit!

Es geht darum, wie man lebt, wenn man begreift, dass Zeit begrenzt ist.

Vielleicht findest du hier nichts für dich. Vielleicht aber doch einen Gedanken, der bleibt.

Wer ich bin

Ich bin kein Autor, kein Coach und kein Vorbild - aber ich war vieles: Kurier, Kellner, Feuerwehrmann, Soldat, Informatiker, Ehemann, Vater, Freund.

Eines war ich immer: neugierig. Ich versuche zu verstehen - mich, Menschen und dieses seltsame Konstrukt namens Leben.

Manchmal ernst.
Manchmal ironisch.
Manchmal direkt.

Ich schreibe nicht nach Plan. Ich schreibe, wie ich denke.

An meine Kinder

Wenn ihr das hier lest, seid ihr wahrscheinlich deutlich älter als heute. Ihr werdet eure eigenen Entscheidungen treffen, eure eigenen Fehler machen - und das ist richtig so!

Ich kann euch nicht vor dem Leben schützen - das konnte ich nie - aber ich kann euch etwas hinterlassen:

Meine Gedanken. Meine Zweifel. Meine Versuche Dinge zu verstehen.

Versteht: Ihr wart nie allein gedacht.

Solange diese Worte existieren, bin ich noch ein Stück da. Für euch.