Wieder ein holpriger Start
Auch dieser Morgen begann nicht so gut. Ich bin zwar ausgeschlafen, aber die Aussicht auf einen weiteren Tag im Hörsaal zieht mich etwas runter. Auf dem Lehrplan stehen zwei Themen, mit denen ich beruflich nicht in Berührung komme. Schwierig, mit diesem Programm vor der Brust, Motivation zu finden.
Entsprechend schleppend ging es los. Die Zeit bis zur Frühstückspause schien endlos. Ein Kaffee hat die Stimmung deutlich verbessert. Ich fand das Themengebiet dann doch überraschend spannend. Der Informatiker in mir war von der Komplexität und Raffinesse von SAP begeistert.
Plötzlich Aufregung
Dann kam die Information, die mich in helle Aufregung versetzte. Der morgige Tag – der letzte Lehrgangstag – würde nur eine Stunde dauern: Wiederholung, Feedback-Runde…Ich hörte kaum noch zu. Eine Idee in meinem Kopf hatte längst die Kontrolle übernommen.
Vor Wochen hatte ich für den Freitag einen Termin im Tattoo-Studio in Mannheim vereinbart. Grundgedanke war, dass der Lehrgang von Montag bis Donnerstag dauern würde. Ich könnte den Freitag noch anhängen. Der Termin ist ein Tagestermin und sollte 7 Stunden dauern.
Das Schicksal ist auf meiner Seite
Durch die neuen Informationen könnte ich bequem schon donnerstags den Termin wahrnehmen – vorausgesetzt, das Tattoo-Studio spielt mit. Eine kurze WhatsApp und eine Sprachnachricht vom Tattoo-Artist veränderten alles: Ich darf donnerstags kommen! Das würde den heutigen Nachmittag stressig gestalten. Ich muss packen, ich muss mir ein letztes Mal Gedanken über die Anordnung der Tattoos machen – nein, ich verrate noch nicht, was es wird und wohin. Da müsst ihr euch noch ein bisschen gedulden.
Die Sterne meinten es gut mit mir. Der Dozent war eine Stunde früher fertig als geplant. Ich gönnte mir eine Straßenbahnfahrt zum Hauptbahnhof Mannheim. Ich nutzte diese unerwartete Gelegenheit, um beim Asiaten zu essen und mich mit ausreichend Wasser einzudecken. Die 7 Stunden im Tattoo-Studio würden anstrengend werden und ich wollte ausreichend Flüssigkeit zu mir nehmen.
Gegenspieler: Erkältung
Die Aufregung und Vorfreude wuchsen weiter. Darunter mischte sich etwas, was ich jetzt gar nicht gebrauchen konnte: ich hatte mich erkältet. Es fing vor der Mittagspause an und jetzt kamen die obligatorischen Halsschmerzen. Ich entschied mich im Hotel für ein Beutelchen Aspirin Complex, duschte, packte und ging meine Notizen durch. Die Platzierung der Tattoos stand nun fest. Ich schlief zügig ein. Ich war für den morgigen Tag vorbereitet.
