März 19

Machen!

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Eine scheinbar unspektakuläre Nacht mit Nachhall und Erkenntnissen

Ich habe zwei Wochen Urlaub. Meine Frau ist beruflich in Hannover und ich wollte die Gelegenheit nutzen unsere Geburtstagsfeier weiter vorzubereiten. Ich hatte auch noch eine zweite Idee:

Ich wollte mit dem Deutschlandticket meine alte Heimat besuchen. Mit der U3 zur Hohemark fahren und von dort aus zu Fuß auf den Feldberg gehen, eine Nacht dort genießen, morgens zu Fuß meine Eltern besuchen und dann wieder ab nach Hause.

Eine schöne Idee mit einem kleinen Haken. Ich muss am Donnerstag zum Ganzkörper-CT – ein wichtiger Baustein für die Entscheidung, ob die aktuelle Entwicklung meines Krebses eine Therapie nötig macht oder nicht. Das darf ich nicht sausen lassen!

Doch genau hier liegt das eigentliche Problem. Ich möchte mir selbst – und auch der Welt – zeigen, dass Aufgeben keine Option ist. Es gibt immer noch etwas, das man tun kann. Jetzt sitze ich hier und lasse doch alles liegen, nur weil mich ein zeitlich nicht aufwendiger Termin an einer Idee hindert!

„Das darf so nicht weitergehen!“

Eine Idee in seine Bestandteile zerlegt

Ich begann zu analysieren:

  • Die Idee an sich ist gut, sie ist körperlich und psychisch machbar. Einzig der Zeitpunkt ist der falsche.
  • Dieser kleine Trip besteht aus zwei Bahnfahrten, zwei kleinen Wanderungen und einer Übernachtung. Natürlich auch aus dem Besuch meiner Eltern. Ein Bonus, der dem Kern der Idee entspringt: Ich besuche meine alte Heimat.

Auf dieser Basis wollte ich möglichst viel aus der Idee ziehen. Was kann ich tun, auch wenn sich die ganze Idee nicht in dieser Woche umsetzen ließe? Ich kann

  • wandern gehen,
  • im Zelt übernachten und
  • öffentliche Verkehrsmittel fahren.

Ich kann es nur nicht in Kombination tun. Das gibt die Zeit nicht her.

Ich kam zu dem Schluss, dass die Nutzung der Öffis nicht wirklich eine Herausforderung ist. Nicht wenn man es ohne Ziel, ohne Zweck tut. Also verwarf ich diesen Teil komplett. Blieben das Wandern und die Übernachtung im Zelt. Das ließe sich umsetzen.

Die größte Hürde zuerst – ein unerwartetes Problem steht noch im Weg

Mein Bänderriss vergangenen Herbst hatte mich in meinen sportlichen Aktivitäten sehr eingeschränkt. Mehr noch, es hat in Kombination mit den Lehrgangsbesuchen eine längst überwunden geglaubte Leidenschaft zurückgebracht: die Zigaretten. Ich bin leider kein reiner Suchtraucher. Ich muss es sagen, wie es ist – und ich warne euch jetzt schon, es wird brutal ehrlich:

Ich liebe Zigaretten. Es geht nicht ums Rauchen per se. Filterzigaretten! Scheiß auf Zigarren, Zigarillos, Pfeifen, selbstgedrehte Kippen, E-Zigaretten…das alles gibt mir nicht das Geringste. Es sind Filterzigaretten! Sie zu halten, daran zu ziehen, den Rauch im Hals zu spüren, das leichte Kratzen im Hals, das Ausatmen des Rauchs…ich kann es nicht beschönigen. Ich liebe es! Ich habe Zigaretten von der allerersten an geliebt – und gehasst!

Ich wusste, dass sie mir nicht guttun würden – und hey: ich habe Krebs, ich habe Diabetes, Arthrose, Knoten in der Schilddrüse, Kalkablagerungen in der Niere, eine vergrößerte Prostata und weiß der Geier, was sonst noch – und doch komme ich nicht endgültig von den Zigaretten los!

Dazu kommt noch das Phänomen, dass ich einigermaßen problemlos aufhören kann. Der erste Tag ist die große Hürde. Ist der überstanden, ist für mich das Schlimmste vorbei. Die letzte Zigarette „taktisch (zeitlich) klug“ geraucht, ist der erste Tag in der Regel kein Problem. Das zeigt sich in meiner ganzen Geschichte als Raucher. Ständiges Aufhören und Rückfälle wechseln sich in atemberaubender Geschwindigkeit ab. Und all diejenigen, die wünschten, sie könnten das auch: Vergesst es! Das macht die Sache noch schlimmer, denn die Hürde für einen Rückfall ist nicht wirklich eine Hürde. Ich denke tatsächlich:

„Kein Problem. Rauch einfach und wenn du keinen Bock mehr hast, hörst du einfach wieder auf.“

Diesmal muss das anders werden. Also hörte ich am Sonntagabend auf – fast. Ich will hier nicht aufzeigen, wie großartig ich bin und wie einfach ich aufhören kann. Ich will die Wahrheit aufzeigen: Die Wahrheit war, dass ich am Montagmorgen einen Kippenstummel, an dem noch etwas mehr Tabak war, aus dem Aschenbecher geholt und geraucht habe. Das Nikotin war eine Wohltat. Die ganze Tat an sich erbärmlich, aber sie half und so markiert dieser ekelhafte Kippenstummel aus dem Aschenbecher meine hoffentlich letzte aktive Raucherfahrung.

Fitness-Level testen – Der erste Teil der Idee

Am Dienstagmorgen wollte ich mich der Wanderung zuwenden. Zigaretten, fehlendes Training – ich wollte locker anfangen. Etwas für zwischendurch, auf dem ich allmählich wieder aufbauen konnte. Ich verspürte spontan den Drang nach einer „kleinen Runde ums Haus“. Diese Runde ist ca. 400 Meter lang. Ich dachte:

„Geh eine Runde und wenn dir danach ist, hängst du noch eine oder zwei Runden dran.“

So machte ich mich auf den Weg. Kopfhörer auf und los ging es. Was dann passierte war auch für mich überraschend. Bis Runde 3 fühlte ich mich tatsächlich gar nicht wohl. Es lief nicht rund. Die Musik nervte mich, ich hatte Schwierigkeiten mit dem Atmen – dachte ich.

„Mach mal weiter. Mal sehen, ob es besser wird.“

So hängte ich eine weitere Runde dran…und noch eine…und noch eine… Ab Runde 7 lief es. Ich hatte meinen Rhythmus gefunden. Die Musik nervte nicht mehr, sondern motivierte mich zusätzlich. Zwischendurch gelegentliche Blicke auf die Uhr.

„Wenn du 15 Minuten geschafft hast, schaffst du auch 30.“

Ich lief weiter. Meine Gedanken verselbstständigten sich. Nach Runde 11 habe ich mich tatsächlich verzählt. Ich wusste nicht mehr, ob ich in Runde 12 oder schon in Runde 13 war. Es interessierte mich nicht mehr wirklich. Die Uhr plottete die Zeit und Kilometer mit. Getragen von der Musik, setzte ich mir immer neue Ziele:

  • Mach die 4km voll.
  • 45 Minuten schaffst du auch noch.
  • Mal schauen, ob die Vorhersage der Uhr mit der Realität übereinstimmt: Schau wie viele Kilometer du nach 60 Minuten gelaufen bist.
  • Die 6km schaffst du auch noch.

Nicht fit, aber auch nicht unfit!

Nach 68 Minuten und rund 6,5 km beendete ich meine „kleine Runde ums Haus“. Nicht, weil ich nicht mehr konnte. Ich hatte tatsächlich noch im Haus zu tun. Ich musste abbrechen, um meinen Zeitplan nicht völlig durcheinander zu wirbeln.

Mein Fazit für diesen Tag fiel fast schon euphorisch aus: Mein Fitnesslevel ist nicht völlig im Eimer.

Eine Nacht, die mehr bewegt hat, als erwartet – der Garten macht endlich Sinn

Unser kleiner Garten hat für mich selten den Zweck eines Erholungsraums erfüllt. Es ist für mich ein Ort, der hauptsächlich mit Arbeit verbunden ist. Regelmäßiges Rasenmähen, Unkrautjäten, Heckenschneiden, Grünschnitt entsorgen. Im Prinzip nutze ich diesen Garten nicht.

Ein kleines Ein-Mann-Zelt steht aufgebaut in einem Garten auf einer Rasenfläche, umgeben von Hecken – Vorbereitung für eine Nacht im Freien bei kühlen Temperaturen.

Mein Garten. Mein Zelt. Mehr braucht es manchmal nicht.

Doch diese Woche wollte ich ihn nutzen, wollte mein Ein-Mann-Zelt aufstellen, wollte dort übernachten – jenen Teil meiner Idee umsetzen, der sich umsetzen ließ. Die überraschende Mini-Wanderung war noch als kleines Hochgefühl präsent. Ursprünglich wollte ich es direkt am Tag der Wanderung durchziehen, aber ich war dann doch zu faul. Ich habe es gelassen und bin früh ins Bett. Am Mittwoch dann war es so weit. Während ich eine Maschine Wäsche faltete, überkam mich dieses Drängen, etwas tun zu müssen. Ich holte die Ausrüstung für die Nacht im Freien, ging in den Garten und begann mit dem Aufbau. Das Zelt lag 18 Jahre im Keller und ich wusste nicht, ob es noch zu gebrauchen war. Es stellte sich heraus: Es war in einem hervorragenden Zustand!

Der Aufbau war leicht und meine Vorfreude wuchs. Ich entschied mich, meinen 30 Jahre alten Bundeswehrschlafsack zu nutzen. Es waren Temperaturen um die 0°C in der Nacht zu erwarten. Hervorragende Bedingungen, um seinen Temperaturbereich zu testen.

Meinen doch in die Jahre gekommenen Knochen zuliebe entschied ich mich für eine bequeme Therm-A-Rest-Matte – ein Zwischending aus Isomatte und dünner Luftmatratze. Auch das Teil hat fast 25 Jahre auf dem Buckel. Ich habe sie bereits in Norddeich und Oberammergau genutzt. Was ich ebenfalls mittlerweile zwingend benötige, ist eine Unterlage für den Kopf – es sei denn ich plane einen Tag übelster Nackenschmerzen ein, dann kann ich auch auf ein Kissen verzichten. Ich entschied mich für ein Seitenschläferkissen. Klar, auf Wanderungen ist das Ding nicht zu gebrauchen: zu groß, zu sperrig, zu schwer. Die 12 Jahre Soldat sein haben Spuren hinterlassen, die ich seit Jahren nicht mehr ignorieren kann. Knie auf Knie geht nicht. Ich werde für größere Touren mit einem aufblasbaren Modell testen, ob das praktikabel ist.

Sollte sich herausstellen, dass der Bundeswehrschlafsack für die bevorstehenden Temperaturen nicht ausreicht, hatte ich mir einen Daunenschlafsack bereitgelegt. Das Ding hat über 40 Jahre auf dem Buckel und buchstäblich sehr viele Federn gelassen, aber er leistet nach wie vor wertvolle Dienste.

Eine Flasche Wasser, meine Lesebrille für alle Fälle und eine Werbegeschenk-Taschenlampe – das wars. Ich ging zurück ins Wohnzimmer, ließ den Abend bei zwei Folgen Top Gear ausklingen. Gegen halb neun verschwand ich im Garten. Glücklicherweise war es bereits dunkel und keiner konnte sehen, wie ich in meiner Ski-Unterwäsche und Badelatschen durch den Garten schlich. Ich verschwand in meinem Zelt und machte es mir bequem.

„Da liegst du nun in deinem Garten, du Abenteurer!“

Zugegeben, der Gedanke war reine Selbstironie. Ich kam mir im ersten Moment ein bisschen lächerlich vor und fragte mich, warum zum Henker ich das machte. Eine leise Stimme meldete Protest an:

„Du machst das, weil du etwas machen wolltest und nicht im Stillstand verharren wolltest.“

Das stimmte und ich dachte darüber nach. Warum hatte ich plötzlich Zweifel an dem, was ich tat? Waren es die vielen zweifelnden Stimmen, von denjenigen, denen ich von meinem Vorhaben erzählt habe? Klar, kann jeder im Garten übernachten. Nichts Besonderes – stimmt. Ja, ich kann sogar nach drinnen gehen, wenn es zu unbequem oder kalt wird. Alles völlig richtige Einwände, aber: Gesagt ist noch lange nicht getan! Warum legen sich die Zweifler nicht in ihren eigenen Garten? Weil es doch nicht so einfach ist? Weil sie zu bequem sind? Ist es zu ungewohnt?

„Und warum hast du Depp dich davon beeinflussen lassen?“ dachte ich.

Ich war genau da, wo ich sein wollte: in meinem Zelt. Hier drin sah ich nicht, dass es „nur“ mein Garten war. Es wurde immer kühler. Ich hörte die Umgebungsgeräusche und mein Mobiltelefon lag irgendwo in meinem Schlafsack, weil ich mir vorgenommen hatte, es nicht zu benutzen. Etwas das ich gegen Ende der Nacht nicht mehr durchhalten konnte. Aus gutem Grund.

Zahlenspiele – Technik vs. Leben

Als ich heute Morgen meine Uhr nach meiner Nacht befragte, war das Ergebnis vorhersehbar und ernüchternd…und insofern falsch, als es mir zeigte, wie unnütz Zahlen sein können:

  • Schlafindex 60 (niedrig)
  • Schlafzeit 5h20min

Klingt für sich genommen miserabel. Vor allem, weil ich mich um halb neun am Abend ins Zelt begeben hatte und nun war es sechs Uhr morgens. Ich konnte zuerst nicht glauben, dass ich fast die Hälfte der Zeit wach gewesen sein sollte. Zumal ich mich fit und ausgeschlafen fühlte. Was also war passiert?

Da war der Anfang. Ich lag in meinem Schlafsack und reflektierte die oben genannten Selbstzweifel. Im weiteren Verlauf konzentrierte ich mich auf die Geräusche um mich herum. Ich war erstaunt, wie viele Motorengeräusche aller Art zu hören waren: Auto und Motorräder, Traktoren, Flugzeuge, sogar Hubschrauber. Es gab auch Geräusche, die Stirnrunzeln verursachten: Es klang eindeutig, wie ein militärischer, düsengetriebener Jet in großer Höhe. Ich wohne seit über 20 Jahren in der Nähe von einem Fliegerhorst und kenne die Geräusche von Kampfjets. Doch hier stimmte etwas nicht: das Geräusch war nicht kontinuierlich. Es klang mehr wie ein Pumpen oder Stottern. Ich verzichtete darauf nachzuschauen. Zu dunkel, das Flugzeug schien sowieso zu hoch, ich würde es vermutlich nicht sehen.

Gegen 22 Uhr – fast wie auf Knopfdruck – Stille. Kaum noch menschengemachte Geräusche. Hier und da entferntes Hundegebell, selbst die Vögel verstummten zunehmend. Der Wind sang sein Lied – und mein Kopf wollte keine Ruhe geben. Alles schoss mir durch den Kopf. Themen, die längst abgeschlossen sein sollten, kamen wieder hoch:

  • Alte Arbeitsthemen und die dazugehörigen Kollegen
  • Körperliche Verletzungen aus Kindertagen
  • Zwischenmenschliche Probleme

Alles kam und ging. Nichts blieb lange, nichts wurde abschließend geklärt. Es war mehr wie ein Best-of-Film markanter Themen, Ereignisse und Menschen in meinem Leben.

Ich kenne das mittlerweile nur zu gut. Es passiert mir immer unterwegs, auf Reisen. Es ist der Zustand, der mein Interesse am Reisen so hochhält. Ich bin bei mir. Keine Ablenkung, keine Flucht möglich. Ich darf meinem Kopf einfach zusehen, wie er Ordnung schafft.

„Ich bin schizophren. Ich auch.“

Nein, das bin ich natürlich nicht, aber der Satz zeigt, was in mir passiert. Es fühlt sich an, als hätte ich in diesen Augenblicken zwei Bewusstseins gleichzeitig. Das eine ist mein Kopf, der Themen verarbeitet. Ich bin selbstverständlich aktiver Teil des Prozesses und gleichzeitig habe ich das Gefühl, diesen Prozess als Beobachter zu begleiten, der sich seine eigenen Gedanken zu dem macht, was er sieht. Beides findet gleichzeitig statt, stört sich aber nicht gegenseitig.

Das Ganze lief fast zweieinhalb Stunden ab, bevor ich tatsächlich einschlief. Doch was war ich in dieser Zeit? Wach? Nein, das war ich nicht. Geschlafen habe ich aber auch nicht. Ich war in diesem „Ich döse vor mich hin“-Zustand. Ein Zustand, den meine Uhr garantiert nicht kennt. Danach habe ich tief und fest geschlafen.

Blick aus einem Zelt am frühen Morgen in einen Garten mit Haus und Hecken, der Himmel zeigt die ersten Lichtfarben der Morgendämmerung.

Zwischen Nacht und Tag – genau dort passiert etwas.

Unsere Katze dachte sich, sie müsse mich aus einem intensiven Traum reißen und machte sich von außen an meinem Zelt zu schaffen. Ich beging einen kleinen Fehler: Ich öffnete das Zelt und bat sie herein. Das störrische Biest wollte aber nicht. Klar, sie hatte ja ihr Werk erfolgreich abgeschlossen und mich geweckt. Ich meinerseits hatte nun freie Sicht auf einen sternenklaren Himmel. Ein kühler Wind in meinem Gesicht war auch zunächst nicht unangenehm. Doch das änderte sich sehr rasch. Die gestaute Wärme im Zelt war binnen weniger Minuten komplett weg. Ein Blick auf das Thermometer verriet mir, dass wir -2°C hatten – ein Temperaturbereich, für den mein Schlafsack nicht unbedingt ausgelegt war. Ich griff zum Daunenschlafsack und legte ihn wie eine Decke über meine Beine. Das genügte schon. Es war nicht zu warm und nicht zu kalt.

Träume, die meine Welt bewegen

Seit einiger Zeit beobachte ich mich nun selbst – insbesondere, was mein Gehirn so treibt. Ich finde es faszinierend. Es organisiert, verschiebt, analysiert, reflektiert…und es macht nie eine Pause. Das ist nicht immer ein Segen. „Overthinker“ werde ich oft genannt. Es stört mich nicht:

„Vielen Dank auch, ich komme zurecht.“

Das genauere Hinsehen zeigte mir, dass nicht ganz so viel fehlerfrei abläuft. Das Gehirn arbeitet geschickt, listig, es arbeitet schnell und es kann Verknüpfungen zu Dingen herstellen, die so lange in Vergessenheit waren, dass ich jedes Mal denke, es reißt mich in ein Paralleluniversum, wenn es passiert. Hier entstehen aber auch die meisten Fehler.

Ich habe für mich herausgefunden, dass ich mir selbst nicht zu sehr trauen darf. Allzu oft ergibt eine Interpretation meines Gehirns sehr viel Sinn und ich neige dazu mir selbst zu glauben. Die Schlussfolgerungen sind so brillant, dass sie nur die Wahrheit und nichts als die Wahrheit sein können. Ich übersehe, dass es nur der Versuch ist, etwas einen Sinn zu geben und das beweisbare Fundament ziemlich dünn ist – ja oft sogar gänzlich fehlt. Und schupps: Schon akzeptiere ich meine eigenen, gefährlichen Halbwahrheiten als wahr!

So ging es mir auch mit dem Traum, aus dem mich meine Katze gerissen hatte. Wie so oft in solchen Situationen, stand der Traum natürlich kurz vor einer Lösung, die ich – wie sollte es anders sein? – dank meiner Katze nicht geliefert bekam. Und so lag ich da: hellwach, bewegt und hatte Fragen!

Personensuche

In den absurdesten Träumen steckt oft die größte Wahrheit. Das war hier ähnlich. Der Traum war so abwegig, dass er nicht sein konnte – und gleichzeitig so real, dass er eine ganze Weile meiner Aufmerksamkeit nach dem Wachwerden einforderte. Das, was mich beschäftigte, war ein Mensch, der in meinem Traum vorkam. Jemand, den ich rund 40 Jahre nicht gesehen habe und jetzt an diesen Menschen erinnert worden zu sein, traf mich. Wie konnte ich diesen Jemand vergessen? Und warum tauchte dieser Mensch nach so vielen Jahren ausgerechnet jetzt auf? Ja, dieser Mensch war mir damals sehr wichtig. Hatte das etwas zu bedeuten? Oder passte es einfach nur ins Bild, weil diese Nacht so vieles Alte aus der Versenkung auftauchte?

Ich beschloss mein Handy hervorzuholen und nach diesem Menschen zu suchen. Ich war kreativ und konnte mich auf mich selbst verlassen. Meine Strategien funktionierten und es dauerte nicht lange und ich fand die Person. Das moderne Leben, die digitale Welt machen es möglich, sich zu zeigen. Eine Taktik, die vor hunderten von Jahren im hohen Norden sehr verbreitet war: Ein Bote latscht nicht einfach in fremdes Territorium. Er landet an und stellt sich auf sein Schiff. Er zeigt sich und wartet darauf gesehen zu werden. Er überlässt es den anderen, den ersten Schritt zu tun. Ich empfinde dieses Vorgehen als äußerst respektvoll. Genau so habe ich es auch gemacht. Ich habe mich sichtbar gemacht. Mehr nicht. Ob es zu einem Gespräch kommt, wird sich zeigen. Es kann, aber es muss nicht…

Fazit

Meine Woche ist noch nicht vorbei. Das Zelt habe ich nicht abgebaut. Vielleicht hänge ich noch eine Nacht dran. So oder so, es war ein voller Erfolg. Es geht nicht um die großen Ideen, das Umsetzen großer Pläne – es geht darum etwas zu tun. Jeden Tag etwas Kleines. Mehr nicht. Die großen Dinge folgen im Kielwasser der Kleinen. Bleibt in Bewegung. Tut das vermeintlich Lächerliche. Blendet aus, was der Rest dazu sagt – IHR MÜSST ES MÖGEN. Niemand sonst.

Was steht auf eurer To-Do-List? Was hindert euch? Wie könntet ihr es zerlegen, um kleine Teile davon jetzt sofort zu machen?

Ihr wisst schon: Kommentare! Ihr schreibt, ich lese und antworte. Wie gehabt 😉


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